Aktuelle Hinweise

 

Infoabende für interessierte Eltern:
Do., 16. Aug.,
und Do., 27.Sept.
jeweils um 19 Uhr, in unseren Schulräumen.

Die Freie Dorfschule Lübeck bietet die Vorbereitung auf die Externen-Prüfungen zu allen drei Abschlüssen an: Dem ersten allgemeinbildenden Abschluss, dem Mittleren Abschluss und dem Abitur.

Schon während des allgemeinen Unterrichts wird darauf geachtet, dass die nach dem staatlichen Lehrplan prüfungsrelevanten Themen grundsätzlich Berücksichtigung finden, sodass es in der Prüfungsvorbereitung im Wesentlichen um eine Vertiefung und um ein Training von Prüfungssituationen geht.

Die erste Stufe ist das Herbeiführen einer Entscheidung, welche Prüfung die Schülerinnen und Schüler absolvieren möchten. Zu diesem Zweck werden der Schüler und die Eltern zunächst separat und dann gemeinsam je eineinhalb Jahre vor dem Ersten und vor dem Mittleren Abschluss angesprochen. Zu diesen Gesprächen bereiten die Lehrkräfte jeweils eine Auswertung der Tätigkeits-Dokumentation vor. Es werden Schwerpunkte und Fehlbereiche von Tätigkeiten, von Begabungen, von Interesse und von Können und Wissen herausgearbeitet. Die Lehrkräfte gehen ergebnisoffen in die Gespräche. Sie verzichten zunächst auf jegliche Empfehlungen. Die Gespräche werden so angelegt, dass der Schüler die Entscheidungen trifft und sich dabei von seinen Eltern und den Lehrkräften beraten lässt. Dabei werden die Lernbegleiter sich in Aussagen über die Leistungsmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler zurückhalten, von sich aus allenfalls Fragen stellen und Erfahrungen aus dem Schulalltag zu bedenken geben, jedoch keine Prognosen vorbringen, welche als Fremdbestimmung für die Leistungsentwicklung der Schülerinnen und Schüler auf jeden Fall hinderlich sind. Die Intensität der Beratung wird in jedem Fall auf das Entwicklungsniveau des Schülers abgestellt; auch werden u.U. als ungeeignet erscheinende Interventionen der Eltern in Frage gestellt, negative Äußerungen über vermutete Leistungsgrenzen möglichst kompensiert.

Im zweiten Schritt fällt die Entscheidung, ob auf die nächstliegende Prüfung hingearbeitet werden soll. Der Schüler gibt dazu schulintern eine schriftliche Absichtserklärung ab. Diese dient der Klarheit, der Verbindlichkeit die notwendige Arbeit anzugehen und der Betonung der Eigenverantwortung des Schülers.

Sofort anschließend wird im dritten Schritt gemeinsam der individuelle Vorbereitungsfahrplan aufgestellt. Für die Zeit bis zum Abschluss der Prüfung wählt der Schüler einen Mentor unter den Lernbegleitern der Schule aus, der ihm in allen Fragen als Berater zur Seite steht. Zur Aufstellung des Vorbereitungsfahrplans bereiten die Schülerinnen und Schüler und die Lernbegleiter sich zunächst separat vor. Beide stellen jeweils eine Liste auf, welche Themen zu bearbeiten sind, wieviel Zeit dafür als notwendig erachtet wird, welche eine oder mehrere geeignete Arbeitsweisen wäre und in welcher Reihenfolge die Themen bearbeitet werden sollen. In den Zeitplanentwürfen werden auch Probe-Prüfungen eingefügt. Anschließend beraten Schülerinnen und Schüler, Lernbegleiter und Mentor gemeinsam die Entwürfe und bearbeiten sie so lange, bis Einigkeit besteht. Als Material zur Erstellung der Fahrplan-Entwürfe stehen der staatliche Lehrplan und die Prüfungsordnungen zur Verfügung; die Lernbegleiter gehen von der Tätigkeit-Dokumentation aus.

Im vierten Schritt kommen die künftigen Prüflinge zusammen, gemeinsam mit den Mentoren, und beraten, welche Arbeiten gemeinsam vorgenommen werden können, entweder in lehrerzentrierten Fachkursen oder in Arbeitsgruppen mit fachbezogenem Lernbegleiter als Betreuer. Nach der Festlegung von Fachkursen und Arbeitsgruppen stellen die Lernbegleiter / Mentoren einen synchronisierten Gesamtfahrplan auf, mit Zuordnung der Arbeitsabschnitte zu Monaten bzw. Wochen bis zum Prüfungszeitpunkt. Der Zeitbedarf wird festgestellt und damit auch dokumentiert, wieviel Zeit der Schüler im allgemeinen Unterricht verbringt. Es kann sich an dieser Stelle auch erweisen, Teile des jährlichen Epochenplans für die Prüfungsvorbereitung zunutze zu machen, was ebenso im Plan verankert wird. In diesen Plan werden schließlich Kontrollpunkte eingebaut, dies wiederum individuell für jeden Schüler. An den Kontrollpunkte setzen sich Schülerinnen und Schüler, Tutor und bei Bedarf auch weitere Lernbegleiter und/oder Eltern zusammen, um den bisherigen Verlauf zu reflektieren und für die verbleibende Zeit ggf. nachzusteuern. Es können zusätzliche Arbeitseinheiten aufgenommen, andere gekürzt werden, Arbeitsmethoden und auch Zusammensetzungen von Arbeitsgruppen geändert werden.

Schließlich wird die Prüfungsvorbereitung gestartet.

Grundsätzlich orientieren sich alle drei Abschlussprüfungen in der Fächerwahl jeweils an den gültigen gesetzlichen Landesvorgaben für die Schulfremdenprüfung von Waldorfschulen. Hieraus ergibt sich derzeit:

Beim Ersten allgemeinbildenden Abschluss belegen die Schülerinnen und Schüler in jedem Fall die Hauptfächer Deutsch, Mathematik und Englisch sowie notwendige Nebenfächer, bei denen eine Wahlmöglichkeit besteht.

Für den Mittleren Abschluss ist für die Schülerinnen und Schüler obligatorisch Mathematik, Deutsch, Englisch, Geschichte sowie zwei Nebenfächer, bei denen wiederum eine Wahlmöglichkeit besteht.

Für das Abitur wählt die Freie Dorfschule folgendes Profil:

Für die schriftlichen vier Prüfungsfächer belegen die Schülerinnen und Schüler in jedem Fall Mathematik und Englisch sowie Erdkunde, für die mündlichen Prüfungen in jedem Fall Deutsch sowie eine zweite Fremdsprache sowie Biologie.

Bei dem vierten Fach in der schriftlichen wie auch mündlichen Prüfung können die Schülerinnen und Schüler wiederum wählen zwischen einer weiteren Fremdsprache, einem zweiten geisteswissenschaftlichen oder naturwissenschaftlichen Fach, Musik, Philosophie oder Kunst, sodass insgesamt acht Fächer geprüft werden können.