Aktuelle Hinweise

 

Infoabende für interessierte Eltern:
Do., 16. Aug.,
und Do., 27.Sept.
jeweils um 19 Uhr, in unseren Schulräumen.

In unserer Schule gehen wir aus von der Grundannahme, dass ein Mensch aus innerstem Motiv heraus in der von ihm vorgefundenen Umwelt intensiv leben, sich umfassend und tiefgreifend in diese Welt einbringen will. Das ist es was wir intrinsisches Handeln nennen - eigenbestimmt und ohne äußeren Anstoß. Dieses aktive, individuelle Sich-Einbringen, so sind wir überzeugt, bringt Sinnstiftung und praktisches Gelingen des Lebens in Übereinstimmung, indem es der selben Quelle entspringt. 

Es braucht einen langen Entwicklungsweg, bis dieses Sich-Einbringen wirksam werden kann. Unsere Schule hat sich zur Aufgabe gemacht, jedem Schüler diesen ureigenen Weg zu ermöglichen. Bildungsziel ist, dass die Kinder mit dem grundlegenden Wissen, in vollständiger Selbstverantwortung und mit innerer und äußerer Gestaltungsfähigkeit aus dieser Schule in ihr Erwachsenenleben gehen können. 

 

Dieser Entwicklungsweg setzt eine umfassende Begegnung mit einer Umwelt voraus, die alles bereithält, woran der junge Mensch sich aufbauen und strukturieren, seine Fähigkeiten ausbilden kann. 

Da eine solche breitgefächerte Umgebung, die alle Lebensbereiche enthält und auch für ein Kind erfassbar ist, in unserer Zivilisation fehlt, haben wir heute mit unserem Ansatz in der Schule die Aufgabe, eine entwicklungs-gerechte Umwelt künstlich herzustellen. In dieser Schul-Umwelt kann ein Kind sich aus seinem innerstem Lebensantrieb heraus alles erarbeiten, was es braucht, um auf seine eigene, unverwechsel­bare Weise in unserer heutigen Welt leben zu können.

Die für alle Kinder notwendige Vorbereitung auf die Arbeitswelt erfolgt durch Aufgabenstellungen, in denen Ernstsituationen zunächst spielerisch und mit dem Alter zunehmend handfester nachgebildet sind, vom Kaufladenspiel der Kleinen bis hin zum Praktikum und der Gründung von Schülerfirmen. In diesen Trainingssituationen erfahren die Schüler einen "Druck der fordernden Realität" - anstatt des anderswo praktizierten und als willkürlich erlebten Drucks der Noten und Sanktionen. Diese Aufgaben stellen das Bewältigen lohnender, sinnvoller Aufgaben in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit - und führen zu der Erfahrung, dass ganz "nebenbei" das Wissen und Können anwächst, mit dem man selbstverständlich auch Prüfungen bestehen kann. 

Falls ein Kind in dieser Arbeit unsicher, zögerlich oder mutlos ist, kann es zu seiner Aktivität des Lernens eingeladen, ermutigt und inspiriert werden; andere Interventionen wie drängen, überlisten, bewerten, ­belohnen, bestrafen, also sogenannte extrinsische Anreize, würden ihn auf diesem Weg nur stören, demotivieren und sehr bald Widerstand und Verweigerung hervorrufen.

 

Entwicklung geschieht dann in einem wechselweisen Prozess von innerer und äußerer Aktivität: Zum einen aus dem eher kontinuierlichen, allmählichen inneren Entfalten und Ausbreiten neuer Möglichkeiten, sich selbst in eine Form kommen zu lassen (Emergenz); Zum anderen aus der Begegnung mit Situationen in der äußeren Umgebung, mit einer Folge von Einzelschritten der Umwandlung und Erweiterungen seines Könnens und Wissens (Autopoiese). 

In der Schularbeit kommt es darauf an, dass das Kind ein Gespür behält für das, was als nächstes möglich ist, also für das noch unerschlossene Feld von Möglichkeiten, die ein starkes Erleben von Selbstwirksamkeit versprechen – ein Feld mit starker Anziehungskraft. Dabei können durchaus mehrere Entwicklungspfade locken. Diese Felder oder Pfade des tiefen Interesses können nur aus dem jungen Menschen selbst heraus gefunden werden. Folglich ist es Aufgabe der Schule, dieses Finden von Tag zu Tag zu ermöglichen, indem sie den benötigten geschützten, geordneten Raum zur Verfügung stellt. Sie kann auch herausfordernde Situationen arrangieren, in denen für die Schüler ein Entwicklungsschritt erforderlich wird, um weiterzukommen.